Ludwigshafen am Rhein
Aus Ludwikishafen
Der Raum Ludwigshafen ist bereits seit sehr früher Zeit besiedelt. Im Bereich des Ortsteils Rheingönheim existierte das Römerkastell Rufiniana. Durch die Gemarkung der Ortsteile Maudach und Oggersheim führte die wichtige Römerstraße von Speyer nach Worms.
1607 gründete Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz die Festung Mannheim. Ihr Brückenkopf am Westufer des Rheins war die Rheinschanze. In den Kriegen nach der Französischen Revolution fiel die Rheinschanze mit dem linken Rheinufer an Frankreich, die rechts des Rheins gelegene Pfalz mit der ehemaligen Hauptstadt Mannheim an Baden. 1811 entstand an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz am Rhein. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die links des Rheins gelegene Pfalz zu Bayern. Ab 1820 entstand auf dem Gelände der Rheinschanze ein privates Handelshaus. 1843 wurde das Gelände vom bayerischen Staat erworben. Dieser benannte es zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern in Ludwigshafen um und unterstützte die rasche Ansiedlung als Gegenpol zur badischen Stadt Mannheim. Mit der Stadtplanung wurde Paul Camille von Denis beauftragt, der in Anlehnung an die Schwabinger Vorstadt in München die Stadt in Rechtecken aufbaute.
1852 verlieh König Maximilian II. Ludwigshafen die Rechte einer Gemeinde. Bereits sieben Jahre später wurde Ludwigshafen das Stadtrecht verliehen.
1882 erhielt Ludwigshafen zur Unterscheidung von gleichnamigen anderen Orten den Namenszusatz „am Rhein“.
1925, knapp 80 Jahre nach der Gründung, wurde Ludwigshafen Großstadt. Ludwigshafen war somit die schnellst wachsenste Stadt in Deutschland und eine von nur drei gelungenen Stadtgründungen im 19. Jahrhundert (neben Wilhelmshaven und Bremerhaven). Deshalb wurde Ludwigshafen auch mit Chicago verglichen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Ludwigshafen zusammen mit Mannheim mit ihren kriegswichtigen Industrien einer der am meisten bombardierten Ballungsräume in Süddeutschland. Über 70 Prozent der Bebauung im Innenstadtbereich wurden durch die 124 zum Teil verheerenden Luftangriffe völlig zerstört.
In der Nachkriegszeit dauerte es in Ludwigshafen im Vergleich zu anderen Städten allerdings relativ lange, bis der Wiederaufbau voll ins Rollen kam. Die Stadt wurde eilig im einfachen Stil wiederaufgebaut, um dem akuten Wohnraummangel auch in der Innenstadt zu begegnen. Daher fehlt es im Stadtbild häufig an architektonisch hochwertiger Bebauung.
Verkehrstechnisch wurden in den 1960er Jahren Projekte in gewagter Größenordnung umgesetzt. Neben der Bahnhofsverlegung und der Auflassung der Bahnanlagen zwischen den Stadtteilen Nord und Mitte wurden Hochstraßen nach amerikanischem Vorbild gebaut. 1959 wurde die erste längere Hochstraße Europas in Ludwigshafen eröffnet, woran auch der britische Verkehrsminister teilnahm.
